Das will der Bundesrat. Die Massnahme ist eine Folge der CS-Pleite.
Das Parlament muss nun über die Massnahmen debattieren.
Schon direkt nach der Pleite der CS war klar, dass der Bund die Vorschriften für systemrelevante Grossbanken verschärfen wird. Dies mit dem Ziel, dass die Steuerzahlenden im Ernstfall geschont werden.
Jetzt hat der Bundesrat unter Leitung von Finanzministerin Karin Keller-Sutter (FDP) über die neuen Eigenkapitalvorschriften entschieden und die entsprechende Botschaft ans Parlament überwiesen, welches als nächstes über die Vorschläge debattieren wird – und hier ist Streit vorprogrammiert, wie du hier im Artikel über die Reaktionen von Parteien und Verbänden lesen kannst.
Keller-Sutter sagte an der Medienkonferenz am Mittwochnachmittag, dass es nicht möglich sei, eine Bank mit Nullrisiko zu betreiben. Das Risiko für die Steuerzahlenden müsse aber auf ein akzeptables Mass gesenkt werden.
UBS muss Kapital im Umfang von neun Milliarden aufbauen
Der Bundesrat will jedenfalls, dass die UBS ihr Auslandsgeschäft durch mehr «hartes» Kapital unterlegen muss. Die Fachleute sprechen hier von «CET1-Anforderungen». In zehn Jahren soll diese Kapitalart 12,5 Prozent betragen. Die UBS muss dafür neun Milliarden Franken mehr Kapital halten. Dieses Kapital wird ihr bis zum Aufbau als Gewinn fehlen.
Das Problem heute: Jeder Dollar an Wertverlust einer Tochtergesellschaft führt zu einem Rückgang von 55 Cent hartem Eigenkapital des Schweizer Stammhauses, erklärte die Bundesrätin. Künftig sollen die ausländischen Töchter darum «vollständig» mit hartem Eigenkapital unterlegt sein. Sollten diese in Probleme geraten, hätte das keine Probleme für das Mutterhaus zur Folge. Genau das sei nämlich der Credit Suisse zum Verhängnis geworden.
Die neuen Anforderungen an die Kernkapitalquote liegen gemäss Bundesrat im internationalen Schnitt und seien für die UBS tragbar.20min/Simon Glauser
An der Medienkonferenz wurde Karin Keller-Sutter mehrfach auf die Drohung der UBS angesprochen, das Land zu verlassen, weil die Vorschriften zu streng seien. Die Bundesrätin entgegnete, dass ein gutes Eigenkapitalpolster auch ein Vorteil für das Geschäft der Bank sei. Sie sehe für die UBS «keinen Grund, die Schweiz zu verlassen».
Kapitalaufbau soll dein Konto nicht teurer machen
Der Bundesrat erwartet von der UBS, dass durch diesen Kapitalaufbau die Bankdienstleistungen im Inland, also dein Lohnkonto, deine Hypothek oder auch Kredite für KMU, nicht teurer werden. Es sei aber letztendlich eine «Managemententscheidung», woher sich die Bank das Geld besorgt. Keller-Sutter gab gleich einen Hinweis: Sollte sich die Bank das Geld nämlich via höherer Gebühren im Inland besorgen, würde das zeigen, dass das Schweizer Geschäft das ausländische quersubventioniert, so die Bundesrätin.
Wie findest du die Massnahmen des Bundesrates?
Ungenügend. Es braucht noch strengere Regeln.
Die Massnahmen gehen zu weit. Die UBS wird das Land verlassen.
Ich will nur die Resultate sehen.
Das höhere Eigenkapital soll vor allem dazu führen, dass im Falle einer Krise die «faulen» ausländischen Geschäftsanteile leichter verkauft werden können, was dann das Stammhaus stabilisieren soll.
Bei diesen Massnahmen hat der Bundesrat Zugeständnisse gemacht
Der Bundesrat habe aber gewisse umstrittene Vorschläge in der Vernehmlassung im Sinne der UBS abgeschwächt, sagen Kritiker.
So zum Beispiel bei der Software der Bank. «Der Bundesrat verzichtet deshalb darauf, für latente Steueransprüche und Software eine vollständige Unterlegung mit hartem Kernkapital zu verlangen», sagt die Regierung selbst. Software, die «aktiviert», also im Betrieb ist, darf nun drei Jahre lang zum Kapital hinzugerechnet werden.
Deine Meinung zählt
Auto-UpdateReihenfolge
22.04.2026
Mi 16:50
Frage nach dem Ton der öffentlichen Debatte
Mehrere Journalisten fragen nach dem Ton der öffentlichen Äusserungen. Zum Beispiel gebe es auch Kritik an den heutigen Vorschlägen aus der eigenen Partei der Bundesrätin, der FDP.
Sie sage diesen Kritikerinnen und Kritikern, dass «Freiheit und Verantwortung, sowie Risiko und Haftung zusammen gehen». Eine Finanzkrise könne zudem jederzeit wiederkommen. «Es ist keine Frage, ob, sondern wann», sagt die Bundesrätin. Und es sei Aufgabe der Politik, sich bestmöglich darauf vorzubereiten.
22.04.2026
Mi 16:38
Will Keller-Sutter Anstand regulieren?
Keller-Sutter wird auf ihre Aussage angesprochen, dass sich «Anstand nicht regulieren» lasse. Warum tut sies nun trotzdem? Sie bleibe bei ihrer Aussage. «Fakt ist aber, dass hartes Eigenkapital in einer Krise die harte Währung ist», sagt die FDP-Frau. «Eine gute Regulierung muss schlechtes Management aushalten», sagt sie schmunzelnd.
Mein Kollege Stefan Lanz will wissen, warum die Medienkonferenz heute stattfindet. Eigentlich, so las man in gewissen Medien, wäre sie auf morgen geplant gewesen. Und schliesslich seien ja jetzt sogar noch die Schweizer Börsen offen. Es gebe weltweit Börsen, irgendeine sei immer offen, «und wir können ja nicht in Zeichensprache kommunizieren», sagt Keller-Sutter. Sie denke zudem nicht, dass das Parlament in der Behandlung dieses Geschäfts in ein paar Monaten auf den Börsenschluss Rücksicht nehmen werde.
Werbung
22.04.2026
Mi 16:27
Wird die UBS geschwächt?
Das fragt eine Journalistin. Keller-Sutter widerspricht auf französisch vehement. «Wo wollen sie ihr Geld anlegen», fragt sie. Die Schweiz gelte nach wie vor international als sicherer Hafen.
«Ich sehe persönlich keinen Grund, die Schweiz zu verlassen», erklärt Keller-Sutter weiter auf eine Frage.
22.04.2026
Mi 16:23
Anreiz, Geschäft ins Inland zu verlagern?
Ein Journalist von «Bloomberg» will wissen, ob es Keller-Sutter begrüssen würde, wenn die UBS ihre Ausland-Geschäfte reduzieren würde. Die Bundesrätin sagt, das sei ein Entscheid der UBS, weist aber darauf hin, dass die Risiken im Ausland grösser seien.
22.04.2026
Mi 16:21
Es gibt kein Nullrisiko
Abschliessend sagt Keller-Sutter, dass es nicht möglich sei, eine Bank mit Nullrisiko zu betreiben. Das Risiko für die Steuerzahlenden soll aber auf ein akzeptables Mass gesenkt werden.
Nun beginnt die Fragerunde.
22.04.2026
Mi 16:19
Keller-Sutter nennt Massnahmen «zielgerichtet»
Die Bundesrätin hat nun die Massnahmen etwas detaillierter vorgestellt. Die UBS soll neun Milliarden «hartes» Eigenkapital zusätzlich aufbauen – bis im Jahr 2035. Software darf nur noch drei Jahre nach Inbetriebnahme zum Eigenkapital gezählt werden und offene Steuerrückerstattungen zählen ebenfalls nicht mehr zum Eigenkapital.
Keller-Sutter erwartet, dass der Aufbau des Eigenkapitals durch zusätzliche Einnahmen aus dem Ausland erfolge. letztendlich sei es aber ein Entscheid des Managements der Bank, woher sie das Geld nehme. Sollte sich die Bank das Geld im Inland besorgen, würde das zeigen, dass das Schweizer Geschäft das ausländische quersubventioniert, so die Bundesrätin.
Werbung
22.04.2026
Mi 16:08
Risiko für Öffentlichkeit reduzieren
Die Bilanzsumme der UBS betrage das anderthalbfache der Schweizer Wirtschaftsleistung. Mit den heute vorgestellten Massnahmen, soll das Risiko für die Schweiz – und deren Steuerzahlende – verbessert werden, dies sei «das oberste Ziel», so Finanzministerin Karin Keller-Sutter.
Heute führt jeder Dollar an Wertverlust einer Tochter zu einem Rückgang von 55 Cent hartem Eigenkapital des Schweizer Stammhauses, erklärt die Bundesrätin. Künftig sollen die ausländischen Töchter darum «vollständig» mit hartem Eigenkapital unterlegt sein. Sollten diese in Probleme geraten, hätte das keine Probleme für das Mutterhaus zur Folge. Genau das sei nämlich der Credit Suisse zum Verhängnis geworden.
22.04.2026
Mi 16:04
Bundesrat ist sich «absolut einig»
Der Gesamtbundesrat habe Karin Keller-Sutter beauftragt, heute zu betonen, dass er sich bei den Massnahmen «absolut einig» sei. Gerüchten um Streit zwischen den Departementen soll so wohl begegnet werden.
22.04.2026
Mi 16:01
Es geht los
Auf dem Podium sind Bundesrätin Karin Keller-Sutter, Staatssekretärin Daniela Stoffel und Bundesratssprecherin Nicole Lamon.
22.04.2026
Mi 16:00
Schon direkt nach der Pleite der CS war klar, dass der Bund die Vorschriften für systemrelevante Grossbanken verschärfen wird. Dies mit dem Ziel, dass die Steuerzahlenden im Ernstfall geschont werden.
Jetzt hat der Bundesrat unter Leitung von Finanzministerin Karin Keller-Sutter (FDP) über die neuen Eigenkapitalvorschriften entschieden und die entsprechende Botschaft ans Parlament überwiesen. In den nächsten Monaten zeigt sich also in der politischen Diskussion, was die National- und Ständeräte vom Vorschlag halten.
UBS muss Kapital im Umfang von neun Milliarden aufbauen
Der Bundesrat will jedenfalls, dass die UBS ihr Auslandsgeschäft durch mehr «hartes» Kapital unterlegen muss. Die Fachleute sprechen hier von «CET1-Anforderungen». In zehn Jahren soll diese Kapitalart 12,5 Prozent betragen. Die UBS muss dafür neun Milliarden Franken mehr Kapital halten. Dieses Kapital wird ihr bis zum Aufbau als Gewinn fehlen.
Der Bundesrat erwartet von der Bank, dass durch diesen Kapitalaufbau die Bankdienstleistungen im Inland, also dein Lohnkonto, deine Hypothek oder auch Kredite für KMU, nicht teurer werden.
Das höhere Eigenkapital soll vor allem dazu führen, dass im Falle einer Krise die «faulen» ausländischen Geschäftsanteile leichter verkauft werden können, was dann das Stammhaus stabilisieren soll.
Der Bundesrat habe aber gewisse umstrittene Vorschläge in der Vernehmlassung im Sinne der UBS abgeschwächt, sagen Kritiker.
So zum Beispiel bei der Software der Bank. «Der Bundesrat verzichtet deshalb darauf, für latente Steueransprüche und Software eine vollständige Unterlegung mit hartem Kernkapital zu verlangen», sagt die Regierung selbst. Software, die so genannt «aktiviert», also im Betrieb ist, darf nun drei Jahre lang zum Kapital hinzugerechnet werden.
Christof Vuille (vuc) leitet seit 2023 das Ressort Politik und ist Mitglied der Redaktionsleitung. Er berichtet für 20 Minuten nah am Puls der Bundespolitik.